Erkältungszeit

Erkältungszeit

Allgemein

Auch wenn wir an diesem Wochenende mit vielen Sonnenstunden verwöhnt wurden, dürfen wir nicht vergessen: Es ist immer noch Februar und meteorologischer Winter!

Insbesondere in den letzten Tagen und Wochen war es teilweise sehr windig und kalt. Daher wundert es nicht, dass die Grippe-/ Erkältungswelle Deutschland noch immer im Griff hat. Viele Menschen schnupfen und husten um uns herum und wir sind verstärkt den Viren und Bakterien ausgesetzt.

Erkältung aus Sicht der Chinesischen Medizin

Bei einer Erkältung hat sich aus Sicht der chinesischen Medizin der Wind mit einem anderen pathogenen Faktor verbunden und ist in den Körper eingedrungen – in der Regel ist das die Kälte; er kann sich jedoch auch mit Hitze, Trockenheit oder Feuchtigkeit verbinden.

Besonders bei Wetterumschwung und an windig-kalten Tagen besteht daher die Gefahr, sich Wind-Kälte einzufangen. Der Wind greift in der Regel von oben an, d.h. er dringt gerne über Kopf, Nacken oder Rücken ein. Ist es draußen sehr windig und peitscht der Regen ins Gesicht, so zieht man instinktiv den Kragen vom Mantel hoch, damit der Wind nicht ins Gesicht oder den Nacken fegt.

Wind und Kälte blockieren den freien Fluss des Qi’s. In Folge kommt es zu Frösteln, schmerzenden Muskeln, kratzendem Hals, Niesanfällen, usw.

Sind Wind und Kälte in den Körper eingedrungen, müssen diese schnellstmöglich ausgeleitet und die Abwehrkräfte gestärkt werden. Denn bei Winderkrankungen können die unterschiedlichsten Symptome vorliegen! Sie haben eine ähnliche Charakteristika wie der Wind selbst: Sie tauchen ganz plötzlich und akut und mit unterschiedlicher Intensität auf. Die Beschwerden sind wechselhaft und können wandern.

Sofortmaßnahmen

Hat der Wind den Körper angegriffen, verspüren wir ein leichtes inneres Kältegefühl, Frösteln oder Halskratzen. Jetzt kann u. U. als erste Hilfemaßnahme noch eine sofortige, wirklich ausgiebige, heiße Dusche helfen oder ein Sud aus Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch (s.u.) den Erreger heraustreiben. Die westliche Medizin arbeitet in diesem Stadium mit ähnlichen Mitteln: Lindenblütentee ist ebenfalls für seine schweißtreibende Wirkung bekannt; alternativ kann zu chinesischem Jasmintee mit ein paar Scheiben frischem Ingwer gegriffen werden.

Verzichten Sie in diesem Stadium unbedingt auf heiße Zitrone: Die saure Wirkung zieht zusammen und nach innen. Wenn wir bei einem frischen Infekt also sehr saure Wirkstoffe zu uns nehmen, dann passiert genau das, was wir eigentlich vermeiden wollen: Wir ziehen den Erreger nach innen. Vitamin C oder viel frisches Obst sollten daher immer prophylaktisch eingesetzt werden, weil damit die Oberfläche und unsere Abwehr gestärkt wird. Ist der Erreger bereits bei uns angekommen, ist Schwitzen und Ausleiten angesagt.

Ist das Qi erst mal blockiert und stagniert, kann sich aber auch ganz schnell Hitze entwickeln. Wir merken das daran, dass sich unser Zustand verschlechtert und beispielsweise brennenden Halsschmerzen oder Fieber auftreten. Dies zeigt, dass der Erreger tiefer eingedrungen ist.

Daher meine Empfehlung:

Schützen Sie besonders an kalten und windigen Tagen ihren Nacken/Hals mit einem Schal oder Tuch oder den Kopf mit einer leichten Mütze. Verspüren Sie die ersten Krankheitsanzeichen, reagieren Sie sofort, in dem Sie Schwitzen provozieren oder rufen Sie mich an.

Akupunktur kann sowohl prophylaktisch zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt werden, als auch im akuten Stadium die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und die Erkältungsbeschwerden lindern. Alternativ kann mit Hilfe einer Gua Sha- oder Schröpfbehandlung die Oberfläche geöffnet und der Erreger ausgeleitet werden.

Bleiben Sie daher schön gesund und schützen Sie sich immer schön vor Wind und Kälte!

Ingwersud bei Erkältungserscheinungen

  • 1 l Wasser zum Kochen bringen
  • 1 Stück Ingwer (ca. 4-5 cm) in Scheiben
  • 1 halbe Zwiebel in Stücke geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe in Scheiben hinzugeben und alles zusammen 20 min zugedeckt köcheln lassen.
  • 1-2 Tassen des Ingwersud möglichst warm trinken.

Ingwer, Zwiebel und Knoblauch sind scharfe Lebensmittel und öffnen die Hautoberfläche – der Körper beginnt zu schwitzen und damit wird der pathogene Faktor nach außen transportiert. Am Folgetag sollte die Kälte im Körper nicht mehr zu spüren sein.

Haben sich die Beschwerden am nächsten Tag verschlechtert (treten z.B. gelbe Sekrete auf), sollte der Ingwersud nicht weiter getrunken werden, da der pathogene Faktor tiefer in den Körper eingedrungen ist.

Vorsicht: Für Menschen mit Schlafstörungen, Unruhe, Hitzewallungen, Sodbrennen oder brennenden Ausschlägen ist eine Therapie mit Ingwertee nicht geeignet.

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