Pollenalarm!

Allgemein

Petrus hat uns in den letzten 2 Februarwochen mit traumhaftem Frühlingswetter und nahezu frühsommerlichen Temperaturen verwöhnt. Es wurden vielerorts Höchstwerte seit 30 Jahren gemessen und in einigen Orten sogar die 20 Grad-Marke erreicht. Die Natur ist wieder einmal zu neuem Leben erwacht und zeigt sich mit ersten Knospen und den zarten Blüten der Frühblüher. Morgens hört man schon die Vögel zwitschern und es ist bereits früher hell. Das Aufblühen der Natur symbolisiert philosophisch den Fortbestand des Lebens. Die ansteigenden Temperaturen und die erwachende Natur bringen jedoch auch ihre Schattenseiten mit sich: Pollenalarm! Gerade die Birken-, Hasel- und Erlenpollen führten in den letzten Wochen zu heftigem Heuschnupfen bei Allergikern.

Symptome

Beim Heuschnupfen (allergische Rhinitis) handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf kleinste Blütenstaubteilchen von Bäumen, Gräsern und Kräutern (den sog. Pollen) in der Luft. Das Immunsystem reagiert unangemessen und zeigt sich mit folgenden Symptomen:

  • Fließschnupfen mit wässrigem Sekret (Rhinitis)
  • Schwellung und Juckreiz der Nasenschleimhaut
  • Niesen
  • Gerötete, juckende, tränende Augen (Konjunktivitis)
  • Juckreiz im Rachen
  • Hustenreiz

Die Pollenallergie ist an die Zeit des jeweiligen Pollenfluges gebunden. Da das Wetter längst nicht mehr auf die klassischen Jahreszeiten beschränkt ist, sondern Früh- und Spätblüher auch außerhalb der für sie definierten Monate unterwegs sind, haben stark betroffene Allergiker häufig ganzjährig Probleme durch Heuschnupfen.

Ob ein klassischer Heuschnupfen vorliegt, zeigt das Vorliegen der typischen Symptome zur entsprechenden Zeit. Darüber hinaus wird die Diagnose durch einen Hauttest bestätigt. Hierdurch kann genauer ermittelt werden, auf welche Blüten der Patient allergisch reagiert. Weiterhin besteht die Möglichkeit, IgE Antikörper (Immunglobulin E Antikörper, u.a. verantwortlich für Allergien) im Blut zu bestimmen.

Treten die Symptome zu anderen Zeiten auf, können auch andere Auslöser, zum Beispiel Hausstaubmilbe, Tierhaare oder Lebensmittel ursächlich sein. Allergien gegen Pollen können auch kombiniert mit Lebensmittelallergien auftreten, wie zum Beispiel Allergien gegen Frühblüher und Nüsse.

Allergische Rhinitis aus chinesischer Sicht

Aus Sicht der chinesischen Medizin können „klimatische Faktoren“ Krankheiten verursachen. Diese klimatischen Faktoren sind Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind und werden auch pathogene Faktoren genannt. Sie dringen von außen in die Körperoberfläche ein und können Krankheiten auslösen.

Das Wei Qi ist das Abwehr–Qi und zirkuliert unter der Hautoberfläche. Es ist quasi das Schutzschild unseres Körpers und könnte ansatzweise mit dem Immunsystem verglichen werden.

Ist das Wei Qi schwach, besteht die Möglichkeit, dass pathogene Faktoren in den Körper eindringen können.

Im Falle des Heuschnupfens (allergische Rhinitis) sind die Funktionskreises der Lunge und der Niere geschwächt und es kommt zum Eindringen von Wind in Kombination mit Kälte oder Hitze in die Nase. Weiterhin ist in den meisten Fällen der Funktionskreis „Milz-Magen-Pankreas“ betroffen. Dies kann zu einer Verstärkung der Symptome oder zum eigentlichen Ausbruch der Allergie führen.

Das wässrige, weiße Sekret zeigt die Beteiligung von Wind-Kälte, da der pathogene Faktor „Wind-Kälte“ den Lungen-Meridian (die Nase) befällt. Dringt die Wind-Kälte direkt in die Lunge ein, entsteht allergisches Asthma.

Die allergische Rhinitis beginnt meistens in der Kindheit. Sie kann jedoch jederzeit, auch erst im Erwachsenenalter, ausbrechen.

Behandlung der Allergischen Rhinitis nach TCM

Man unterscheidet in der Behandlung einer allergischen Rhinitis zwischen Akut- und Ruhestadium.

Akutstadium

Im Akutstadium (Frühjahr/Sommer) steht die Linderung der Symptome im Vordergrund, um die Beschwerden zu verringern. Konkret bedeutet dies, z.B. Wind auszuleiten (z.B. Niesen) und Hitze zu klären (bei geröteten, brennenden Augen). Darüber hinaus empfiehlt es sich, an der Wurzel (Ursache) der Erkrankung zu arbeiten (z.B. Stabilisierung des Funktionskreises Milz-Magen-Pankreas, der sog. Mitte und/oder Stärkung des Wei-Qi’s). Die Mitte kann neben der Akupunktur insbesondere auch durch bestimmte Verhaltensweisen in der Ernährung sehr positiv beeinflusst und gestärkt werden. Insbesondere tierisches Eiweiß und spezielle Milchprodukte stehen im Verdacht, allergische Symptome zu verschlimmern.

Ruhestadium

Im Ruhestadium (Herbst/Winter) konzentriert man sich meistens ausschließlich auf die Stärkung des Organismus zur Vorbeugung und Prophylaxe. Hierbei kommt die besondere Stärke der TCM zum Tragen:

Dabei wird mittels Akupunktur und ggfs. Kräutermedizin der Körper stabilisiert, um pathogene Faktoren im folgenden Frühjahr gar nicht erst eindringen zu lassen. Durch die ausführliche Erstanamnese weiß der Therapeut, an welcher Stelle er ganz individuell beim Patienten ansetzten muss.

Idealerweise wird die prophylaktische Behandlung in Zyklen von 6 bis 8 Terminen über 2-3 aufeinanderfolgende Jahre durchgeführt.

Zusätzlich kann die Schröpf- und Moxa-Therapie zur ergänzenden Behandlung eingesetzt werden.

Einsatz von Heilpilzen

Weiterhin besteht die Möglichkeit, die allergische Rhinitis ergänzend durch den gezielten Einsatz verschiedener Heilpilze zu behandeln. Hierbei liegt -je nach Beschwerdebild- der Fokus auf der Stärkung der Schleimhäute, Unterstützung des Darms als Sitz des Immunsystems und Hemmung von überschießenden Immunreaktionen.

Sind Sie von einem oder mehreren der beschriebenen Symptome betroffen, kommen Sie zu einem Beratungsgespräch in meine Praxis. Gerne unterstütze ich Sie durch gezielte Behandlung Ihrer Beschwerden !

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