Die Wandlungsphase Holz

Allgemein

Willkommen im April!  Der Frühling – der schon im Februar mal kurz die Fühler nach uns ausgestreckt hat – ist jetzt vollkommen angebrochen und das letzte Wochenende hat uns mit Sonne und warmen Temperaturen verwöhnt! Aus Sicht der chinesischen Wandlungsphasen, befinden wir uns im Frühling im Element Holz.

Das System der fünf Wandlungsphasen

Die fünf Wandlungsphasen der chinesischen Medizin beschreiben die fünf aufeinanderfolgenden Entwicklungsstadien in allen Lebensprozessen: Alles Leben wird irgendwann geboren und wächst heran (Holz), entwickelt sich (Feuer), erreicht die vollkommene Reife (Erde) , altert (Metall) und stirbt (Wasser). Genauso, wie die Elemente den menschlichen Lebenszyklus darstellen, ist jedes Element auch einer bestimmten Jahreszeit zugeordnet: Holz = Frühling, Feuer = Sommer, Erder = Spätsommer, Metall = Herbst, Wasser = Winter“. Gleichzeitig sind alle 5 Elemente zu jeder Zeit ein Teil von uns, unabhängig in welcher Wandlungsphase des Jahreszyklus wir uns gerade befinden. Dementsprechend hat das Modell der Fünf Wandlungsphasen in der chinesischen Medizin einen großen Einfluss auf Physiologie, Pathologie, Diagnostik und Therapie.

Die Entsprechungen des Holzelementes

Farbe

Die Wandlungsphase Holz läutet den Frühling ein und hat als symbolische Farbe passenderweise die Farbe Grün. Denn Grün sieht man jetzt überall in der Natur. Das neue Leben ist aus der Erde hervorgeschossen und zeigt sich mit ersten grünen Blättern und Trieben. Aber nicht nur die Farbe, auch die Qualität des Holzes/Baumes begegnet uns in jeder Pflanze: Ein Baum braucht eine feste Verwurzelung im Boden, er wächst und breitet sich aus (speziell nach oben und nach außen- er bildet eine Krone); er muss sich biegen und anpassen können, denn ansonsten besteht die Gefahr das er bricht. Weiterhin muss er genügend Nährstoffe erhalten, sonst könnte er eingehen. Diese Eigenschaften sind im weitesten Sinne auch auf die Anforderungen an den Menschen übertragbar.

Lebensabschnitt und Eigenschaft

Daneben steht das Holz für Wachstum, Aktivität, Flexibilität und Verwurzelung. Es beschreibt die Zeit der Kindheit und Jugend, die eben genau von Wachstum, Flexibilität, Bewegungsdrang und Entwicklung geprägt ist – alles basierend auf einer guten Verwurzelung mit dem Elternhaus, die den nötigen Halt gibt.

Für den Durchbruch oder die “Geburt” von etwas Neuem, braucht es immer ein Ziel, gebündelte Durchsetzungskraft und einen starken Willen.

Meridianpaar

In der chinesischen Medizin wird dem Holz das Yin-Organ Leber und das Yang-Organ Gallenblase zugeordnet. Die Leber ist unser General, der für Planung und Vision zuständig ist. Die Gallenblase steht für unseren Mut und die Willenskraft, die Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch auszuführen. Planung und Vision in Verbindung mit Mut und Willenskraft führen letztendlich zum Durchbruch.

Da Holz biegsam sein muss, um sich den äußeren Faktoren anzupassen, wundert es nicht, dass Sehnen und Bänder ebenfalls der Wandlungsphase Holz zugeordnet werden. Um Sehnen und Bänder nach der Zeit der Ruhe im Winter (wieder) geschmeidig zu machen sollte man im Frühling mit leichter Bewegung beginnen. Dementsprechend bieten sich Spaziergänge, entspannte Radtouren oder beispielsweise Qi-Gong an.

Klimatischer Faktor

Jedem Element wird ein sogenannter Klimatische Faktor zugeordnet. Dem Element Holz passenderweise der Wind (man denke nur an die Stürme der letzten Wochen). Alle charakteristischen Eigenschaften des Windes dienen der Erfassung und Einordnung von Krankheitsbildern:

  • Die Bewegung des Windes ist nach oben und außen gerichtet: Der Wind wirkt auf den Kopf und die äußeren Strukturen (Haut, Muskeln/Sehnen)
  • Der Wind tritt in Böen auf und wechselt die Richtung und zeigt sich daher mit plötzlich auftretenden, intermittierenden (wiederkehrenden) oder wandernden Beschwerden (z.B. Schwindel)
  • Der Wind ist immer in Bewegung und äußert sich in Krämpfen, Parästhesien, Tremor, etc.
  • Der Wind verbindet sich gerne mit anderen pathogenen Faktoren wie Kälte, Feuchtigkeit, Hitze und führt zu entsprechenden Krankheitserscheinungen (z.B. Wind-Kälte Erkrankung = Erkältung).
Geschmacksrichtung

Außerdem wird dem Holz-Element die Geschmacksrichtung „Sauer“ zugeordnet. Der saure Geschmack ist einschnürend, adstringierend – denken Sie an Ihr Gesicht beim Biss in eine Zitronenscheibe! Da das Holz leicht entflammbar ist und außer Kontrolle gerät (wie der wachsende Baum nach oben und außen ausschlägt) balanciert die einschnürende/adstringierende Wirkung des sauren Geschmackes diese Eigenschaften aus. Daher stärkt ein mäßig saures Essen die Leber (z.B. die saure Gurke beim Kater), während zu viel Saures die Muskeln schädigt (Muskelkater entsteht durch die Bildung von Milchsäure nach exzessivem Training).

Wie steht es um Ihr Holz? Leiden Sie unter Kopfschmerzen oder Migräne? Sind Sie öfter gereizt oder schnell wütend? Sind Sie besonders im Frühjahr auffällig müde? Bereiten Ihnen immer wieder Ihre Bänder und Sehnen Probleme? Möglicherweise steckt ein Ungleichgewicht im Holz hinter diesen Beschwerden. Mit Hilfe der TCM können wir diesen Beschwerden gemeinsam auf den Grund gehen. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

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