Feuer

Die Wandlungsphase Feuer

Allgemein

Die Wandlungsphase Feuer folgt nach dem Hervorbringungszyklus der Wandlungsphase Holz. Jahreszeitlich gesehen befinden wir uns jetzt im Sommer. Es ist die Zeit der höchsten Aktivität (Yang): Es ist die Zeit der Lebensfreude, Geselligkeit und Leidenschaft, in der wir Menschen draußen in der Natur sein und aktiv sein wollen. Das funktioniert aber nur, wenn in den Wintermonaten ausreichend Ruhe getankt wurde. Mit Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni 2019 haben wir pünktlich an diesem Wochenende bereits die ersten hochsommerlichen Temperaturen zu spüren bekommen.

Die Entsprechungen des Feuerelementes

Denkt man an den Sommer, ist es wenig verwunderlich das die symbolische Farbe die Farbe rot und der klimatische Faktor die Hitze ist. Das Feuer zeigt sich in der Natur mit seiner wahren Schönheit und Glanz in Form von blühenden Blumen in den schönsten Farben. Es verbreitet Licht und Wärme, ist dynamisch und lodert in alle Richtungen. Es ist die Zeit der Liebe und Leidenschaft, die sich auch in vielen Sprichwörtern wiederfindet: “Feuer- und Flamme sein….….”, “für jemanden durchs Feuer gehen….…”, “für etwas brennen……”.

Die Kraft der Sonne im Sommer zeigt uns, was Feuer bedeutet. Das Feuer kann wärmen, aber es kann auch verbrennen.

Die Feuerzeit in der Lebensphase beschreibt das junge Erwachsenenalter, in der man entweder die Liebe findet oder im Beruf für etwas brennt. Es ist die Zeit der Begeisterung und der Freude. Dabei schadet sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Feuer-Qualität. Daher ist die Balance zwischen Abkühlung und Erwärmung, insbesondere auch bei der Ernährung, besonders wichtig.

Herz und Dünndarm

In der chinesischen Medizin wird dem Feuer das Yin-Organ Herz und das Yang-Organ Dünndarm zugeordnet. Das Herz ist der Kaiser im Körper und quasi der Herrscher!

Das Herz hat seine Minister in Form der anderen Yin und Yang Organe, die für ihn arbeiten. Wie auch in der westlichen Medizin hat das Herz etwas mit Blut zu tun. Man sagt es regiert das Blut und die Blutgefäße und ist verantwortlich für die Blutzirkulation. Außerdem ist das Herz der Sitz des Bewusstseins, des Gedächtnis, des Denken und des Schlafs. Durch diese Beziehung können sich Dysbalancen in diesen Bereichen bemerkbar machen, was ein wichtiges diagnostisches Merkmal darstellt.

Der Dünndarm ist für die Trennung von Wichtigem und Unwichtigem zuständig. Dies bezieht sich nicht nur auf die Nährstoffe, die er von Magen/Milz erhält, sondern ist auch übergreifend auf die Trennung von Informationen bezogen. Er hilft uns, klare und durchdachte Entscheidungen zu treffen.

Typische Beschwerden des Feuertyps
sind unter anderem Herz- und Kreislaufbeschwerden, spontane Schweißausbrüche und beispielsweise Hitzewallungen.

Die dem Feuer zugeordnete Geschmacksrichtung ist bitter. Der bittere Geschmack wirkt austrocknend, verhärtend und nach unten ausleitend. Er kühlt Hitze und trocknet Feuchtigkeit. Eine mäßig bittere Ernährung fördert das Herz-Yin; eine übermäßig bittere Ernährung dagegen kann zu Haarausfall und Symptomen der Trockenheit führen.

Ernährung in der Feuer-Zeit

Die chinesische Philosophie mit ihrer bildlichen Sprache lässt uns mit der Metapher des Feuers sehr leicht erkennen, was hinsichtlich der Ernährung im Sommer zu beachten ist: Wir müssen dafür sorgen, dass unser Feuer weder erlischt, noch zu stark zu lodert.

Darum gibt es für die heiße Jahreszeit zwei grundlegende Ernährungsempfehlungen:

einerseits müssen wir Abkühlung sicherstellen und

andererseits müssen wir zu viel Abkühlung vermeiden.

Abkühlung bekommen wir beispielsweise durch typische sommerliche Speisen, die jetzt Saison haben. Hierzu zählen Beeren, Rhabarber, Blattsalate und verschiedene Gemüse wie z.B. Tomaten und Gurken. Hören Sie doch mal in sich herein, wie der Genuss einer Salatgurke auf ihren Körper im Sommer wirkt. Und stellen Sie sich vor, sie müssten die Salatgurke dann bei Minustemperaturen essen – hier wird sehr schnell die thermische Wirkung dieses Gemüses deutlich. Die meisten Menschen verspüren im Winter keinen Appetit auf Salatgurke oder rohe Tomate.

Andererseits kann so viel Abkühlung zu viel Yang aufzehren. Darum sind auch im Sommer warme Frühstücke und das Trinken von Tee erstaunlich wohltuend. Ein schönes Beispiel dafür ist die Tradition des Teetrinkens in arabischen und indischen Ländern.

Vorsicht ist allerdings bei Gegrilltem zu geboten: Fleisch (je nach Tier) hat eine warme bis heiße thermische Wirkung. In Verbindung mit der Zubereitungsart des Grillens wird dieser Effekt noch verstärkt, weil das Grillen von Speisen Hitze (Feuer) zuführt. Daher ist Grillen, aus TCM Sicht, eher kontraproduktiv im Sommer. Der maßvolle Genuss von Grillfleisch am Ende des Tages bietet jedoch eine Möglichkeit das Yang wieder zu stärken, nachdem es tagsüber abgekühlt wurde.

Bewegung in der Wandlungsphase Feuer

Die nach außen gerichteter Aktivität der Wandlungsphase Feuer sorgt dafür, dass wir Lust auf Bewegung und Sport, besonders im Freien, haben. Wie auch bei der Ernährung sollte dies allerdings maßvoll sein. Vermeiden Sie Sport in der heißen Mittagszeit, achten Sie gut auf die Reaktionen Ihres Körpers und nehmen Sie unbedingt Rücksicht auf Ihren Körper durch angemessene Ruhepausen, wenn Sie spüren, dass Ihre Leistungsfähigkeit nachlässt.

Wie steht es um Ihr Feuer? Leiden Sie unter Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Bluthochdruck? Möglicherweise steckt ein Ungleichgewicht im Feuer hinter diesen Beschwerden. Mit Hilfe der TCM können wir diesen Beschwerden gemeinsam auf den Grund gehen. Ich freue mich auf Ihren Anruf.
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