Die Wandlungsphase Metall

Allgemein

Auch wenn die Temperaturen kürzlich nochmal über die 30 Grad gestiegen waren, hat am 1. September der meteorologische Herbst begonnen und wir befinden uns aus Sicht der Wandlungsphase mittlerweile in der Zeit des Metalls. Im Element Metall wird jetzt alles ruhiger und es findet allmählich ein Rückzug ins Innere statt. Die Metall Zeit steht für die Abgrenzung von innen und außen aber auch für Trennung und Abschiednehmen. Das mag womöglich sehr traurig und negativ klingen, doch es liegt eine unglaubliche Schönheit in der Metall-Zeit und ihrer Besinnung auf das Wesentliche.

Meridianpaar

In der chinesischen Medizin wird dem Element Metall das Yin-Organ Lunge und das Yang-Organ Dickdarm zugeordnet. Die Lunge ist das am höchsten gelegene Organ und hat durch die Atmung den direktesten Kontakt zur Umwelt. Daher ist die Lunge am schnellsten von pathogenen Faktoren betroffen. Die Haut ist das Organ, welches uns mit der Umwelt verbindet und gleichzeitig von ihr trennt. Wind und Kälte können über die Haut in den Körper eindringen und Krankheiten verursachen,

Die Funktion des Dickdarms entspricht weitestgehend der westlichen Medizin: Er ist für die Aufnahme des Speisebreis aus dem Dünndarm zuständig, resorbiert Flüssigkeiten und scheidet aus. Zum Dickdarm gehört das Thema „Loslassen“ – sowohl funktional als auch emotional im Sinne von Ausscheidung des „Seelenmülls“. Eine gesunde Dickdarm-Energie ist die Voraussetzung dafür, dass wir Dinge zu Ende bringen können und nicht immer wieder zwischendurch abbrechen.

Die Entsprechungen des Metallelementes

Lebensabschnitt / Eigenschaft

In Bezug auf die Lebensphase des Menschen steht das Metall Element für das Altern bzw. den Lebensabend. Der Mensch trennt sich von Altem um Platz für Neues zu schaffen. Der Mensch ist jetzt reif und hat für sich Klarheit entwickelt, was für ihn selbst im Leben wichtig ist und welche Qualität Beziehungen, Beruf und Interessen haben. Die reife Persönlichkeit lässt die Herausforderungen des Lebens mit einer gewissen Gelassenheit ertragen.

Auch hier zeigt sich wieder einmal wie eng der Mensch mit der Natur verbunden ist, denn Trennung und Abschied kann man auch dort beobachten: Die Bäume werfen im Herbst ihre Blätter ab und ziehen sich in ihr Innerstes zurück um Kraft für den Winter zu schöpfen und im Frühjahr wieder neues Leben entstehen zu lassen. Bei den Menschen ist es die Zeit, in der die Kinder aus dem Haus gehen oder die eigenen Eltern sterben und dies kann u. U. eine große Traurigkeit hinterlassen.

Farbe und Klimatischer Faktor

Die symbolische Farbe der Wandlungsphase Metall ist Weiß, manchmal auch ein helles Grau. Aber auch alle metallisch glänzenden Oberflächen, Gold, Silber bis hin zu Perlmutt werden dem Metall zugeordnet.

Der klimatischer Faktor der Wandlungsphase Metall ist die Trockenheit. Die Trockenheit führt dazu, dass Körperflüssigkeiten geschädigt werden. Äußere Trockenheit kann durch extrem trockenes Wetter oder überheizte Räume verursacht werden. Innere Trockenheit entsteht durch auszehrende Krankheiten, starke Flüssigkeitsverluste oder Leere Hitzeerkrankungen.

Leitsymptome sind daher trockener Husten, trockene Schleimhäute, Durst, Magen-Hitze und Verstopfung.

Geschmack

Ferner wird dem Metall-Element die Geschmacksrichtung „Scharf“ zugeordnet. Der scharfe Geschmack ist zerstreuend und bringt das Qi in Bewegung. Somit kann eine mäßig scharfe Ernährung bei niedrigem Blutdruck positive Wirkung zeigen. Bei hohem Blutdruck sollte dagegen verzichtet werden, ebenso wenn der Mensch zu Unruhe, Schlafstörungen und innerer Hitze neigt.

Die Schärfe wirkt auf den Organismus schweißtreibend. Die Hautporen öffnen sich und der Schweiß entfernt den pathogenen Faktor über die Haut. Daher bietet sich z.B. ein Ingwertee bei einer beginnenden Erkältung an, um die Bakterien/Viren aus dem Körper zu vertreiben. (WICHTIG: Der Ingwertee sollte nur angewendet werden, wenn kein Fieber vorhanden ist).

Die Schärfe wirkt darüber hinaus als natürliches Aphrodisiakum, weil es die Nieren anregt. Diese sind in der TCM für die Libido verantwortlich.

Leicht scharfe Speisen stimulieren das Lungen-Qi. Zu viel Schärfe schädigt dagegen die Körperflüssigkeiten sowie Haut, Körperhaare und Nägel.

Ernährung in der Metall-Zeit

Im Herbst sollte der Fokus darauf liegen, unser Immunsystem zu stärken. Es ist immer von der individuellen Konstitution abhängig, welche Nahrungsmittel wirklich passen. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass zur Stärkung des Immunsystems vorwiegend gekochte Mahlzeiten (idealerweise 2-3 pro Tag) empfehlenswert sind. Ich verweise in diesem Zusammenhang gerne auf meinen Monatsartikel “Ernährung” vom Mai, in dem ich mich mit den Grundsätzen der Ernährung beschäftigt habe.

Die Stärkung unserer Mitte (Milz/Magen/Pankreas) über die Ernährung ist umso wichtiger, wenn diese bereits geschwächt ist. Dies macht sich durch Müdigkeit, breiigen Stuhl/Durchfall, häufiges Frieren, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten etc. bemerkbar. Eiscreme, Rohkost, eisgekühlte Getränke und viel Zucker sollten dann grundsätzlich vermieden werden.

Besonders empfehlenswert sind dagegen jetzt:

  • Mandeln, denn sie befeuchten die Lunge
  • Birnen (als Kompott oder Mus)
  • Karotten und Kürbis, denn sie stärken die Lunge
  • Haferflocken, denn sie unterstützen die Abwehrenergie, wärmen und kräftigen
  • alle weißen Speisen, wie z.B. Reis, Radieschen, Zwiebel, Meerrettich, Pilze und Rettich werden als besonders unterstützend für Lunge und Dickdarm angesehen
  • mäßiger Einsatz von scharfen Gewürzen wie z.B. Ingwer es sei denn wir setzen sie gezielt bei einer beginnenden Erkältung ein
  • Suppen und Eintöpfe

Darüber hinaus können wir unseren Körper zusätzlich stärken, indem wir auf ausreichend Schlaf achten und uns mind. 30 min pro Tag an der frischen Luft bewegen. Ein Spaziergang im bunten Herbstwald und an der frischen, klaren Luft ist nahezu perfekt und das ruhige, rhythmische Tempo des Spazierganges ist ideal um herbstlichen Gedanken nachzugehen, ‘Wer oder Was uns wichtig ist”.

Wie steht es um Ihr Metall? Leiden Sie unter häufigen Infekten mit Husten und Atemnot? Sind Sie Allergiker oder Asthmatiker? Neigen Sie zu Verstopfung oder trägem Stuhlgang? Haben Sie chronische Hauterkrankungen? Hadern Sie mit dem Älterwerden? Macht Ihnen Veränderung Angst und hindert es Sie in Aktion zu treten? Fällt es Ihnen schwer, Altes, Vergangenes, Gewohnheiten oder anderes loszulassen? Möglicherweise steckt ein Ungleichgewicht im Metall hinter diesen Beschwerden. Die TCM behandelt sowohl die körperlichen Beschwerden, als auch die dahinterliegenden psychoemotionalen Strukturen. Wir können diesen Beschwerden gemeinsam auf den Grund gehen. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

 

 

Menü