Die Wandlungsphase Wasser

Allgemein

Mittlerweile haben wir Dezember und die Temperaturen des letzten Wochenendes lassen uns ebenfalls spüren, dass der Winter angebrochen ist. Aus chinesischer Sicht gehört der Winter zur Wandlungsphase Wasser.

Das Wasserelement entspricht dem großen Yin und herrscht über die Monate November bis Januar.

Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich.

Kap. 78, Tao Te King (Laotse)

Wie in der Natur auch, zeigt das Wasser im Fluss des Lebens seine Anpassungsfähigkeit. Das Wasser reinigt, schwemmt Schlacke und Schmutz davon und „umschifft“ ohne besondere Kraft Steine/Widerstände, die sich in den Weg legen. Das Wasser fließt und ändert seine Richtung, es kommt und geht wie die Wellenbewegungen des Lebens und wechselt sich mit Phasen von Ruhe und Aktivität ab. Wasser kann erfrischen, Durst löschen. Es ist nass, mal kalt, mal warm, aber es kann auch zerstören und überfluten. Auch das Sprichwort „Steter Tropfen höhlt den Stein“ beschreibt die Stärke des Wassers: mit Kontinuität kann das Wasser selbst das härteste Material bezwingen und mit der Zeit umformen.

Die Entsprechungen des Wasserelements

Die Zeit des Wasserelements ist die Zeit des Rückzugs und der Entschleunigung vom Alltag. Jetzt müssen die Energien regeneriert werden, damit das Holz im Frühling wieder sprießen kann. So wie sich die Natur nach innen zurückzieht, die Kräfte sammelt und bewahrt (z.B. als Samen in der Erde ausharrt), sollten wir auch im Rhythmus der Jahrzeiten leben. Dies ist beispielsweise auch der Grund, warum wir uns häufig im Winter weniger leistungsfähig fühlen.

Das Leben im Einklang mit den Wandlungsphasen ist jedoch ein großes Problem in der modernen Welt. Die äußeren Umstände lassen einen Rückzug und ein Kürzer treten kaum zu; ganz im Gegenteil. Häufig ist es eine der hektischsten Zeiten im ganzen Jahr, aus der viele unserer Erschöpfungskrankheiten/-zustände entstehen.

Niere und Blase

Häufig scheint es, dass in der chinesischen Medizin nichts ohne Grund erscheint. Daher ist es wenig verwunderlich, dass Niere (Yin-Organ) und Blase (Yang Organ) beide etwas mit dem Wasser zu tun haben. In der wesentlichen Medizin ist die Niere neben der Reinigung und Entgiftung des Blutes auch für den Wasser- und Flüssigkeitshaushalt im Körper, die Säure-Basen-Regulation im Körper, die Produktion von Hormonen und die Regulation des Blutdrucks zuständig. In der chinesischen Medizin sieht man die Niere als die Quelle alles Yin und Yangs im Körper. Sie hat eine große Bedeutung für Geburt, Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung, und sämtliche Lebensphasen. Sie nimmt Einfluss auf den Wassershaushalt des Körpers, kontrolliert die unteren Körperöffnungen und wirkt auf Knochen, Gehirn und Rückenmark.

Klimatischer Faktor

Jedem Element wird ein sogenannter Klimatische Faktor zugeordnet. Der klimatische Faktor der Niere ist die Kälte. Kälte lässt uns erzittern und die Wärme suchen. Ein kalter Winter führt zu einem Rückzug ins Innere, zur Trennung und zum Verschließen. Darüber hinaus führt Kälte zu einer Verlangsamung und Funktionsverminderung – auch im übertragenen Sinn auf die Körperfunktionen. Kälteprobleme zeigen sich häufig sehr deutlich in der Anamnese.

Geschmack

Die Geschmacksrichtung des Wassers ist der salzige Geschmack. Das Salzige wirkt erweichend, löst Stauungen und senkt ab. Man kann dies mit einer Laugenbrezel mit Salz vergleichen: liegt sie offen und unverpackt auf einem Teller, löst sich das Salz nach einiger Zeit auf und bildet Wassertropfen.

Die auflösende/erweichende Funktion kann damit als salziger Geschmack gezielt bei Verhärtungen und Verstopfungen eingesetzt werden.

Eine mäßig salzige Ernährung fördert die Funktion der Nieren, Harn zu bilden und auszuscheiden.

Farbe

Die symbolische Farbe des Wassers ist schwarz bzw. dunkelblau. Die Farbe Schwarz steht für das Dunkle und Tod aber auch für Würde und Ehre. Darüber hinaus steht sie in vielen Kulturen auch für das Böse, das Angst macht. Ungeachtet dessen hat die Farbe Schwarz jedoch in der Medizin eine wichtige diagnostische Aussagekraft, beispielsweise bei einem gräulichen Teint, dunklen Augenringen, etc. Hier gibt die Farbe einen Hinweis auf den Energiezustand des Funktionskreises Niere.

Emotion

Die chinesische Medizin kennt zwei Emotionen, die dem Wasser-Element zugeordnet sind: die Angst und der Schrecken. In der westlichen Welt kennt man viele Redewendungen, die mit der Angst zu tun haben: „vor Angst erstarren“, „die Knie zittern vor Angst“, „vor Angst in die Hose machen“. Sie zeigen die Energierichtung der Angst: nach unten bis in die Hose oder das Knie. Wer immer Angst hat, schwächt seine Nieren bzw. umgekehrt, wer schwache Nieren hat, ist meist sehr ängstlich.

Der Schrecken ist eine spontane Reaktion, ausgelöst durch äußere Umstände und bringt den gesamten Organismus durcheinander. Der Schreck zerstreut das Qi und beeinträchtigt Niere und Herz. Nicht umsonst sagt man auch: „Mich hat es bis ins Mark erschüttert.“

Problemfelder im Wasserelement

Ungleichgewichte in den Organsystemen von Niere und Blase können sich in vielen verschiedenen Facetten zeigen:

  • Probleme mit den Ohren (Tinnitus, Schwerhörigkeit, Ohrentzündungen)
  • körperliche und/oder geistige Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • frühzeitige Alterung, frühzeitiges Ergrauen, schlechte Zähne
  • starke Kälteabneigung
  • Probleme mit den Knochen, Rückenschmerzen, Knieprobleme
  • Erschöpfungszustände
  • Blasenentzündungen, Inkontinenz
  • Impotenz und Libidoverlust
  • Schlafstörungen, Nachtschweiß, Angst- und Panikattacken
  • Ödeme

Wie steht es um Ihr Wasser? Leiden Sie unter chronischen Rückenschmerzen? Sind Sie sehr erschöpft und müde? Haben Sie Ohrgeräusche oder geschwollene Beine/Füße? Sind Sie sehr ängstlich oder hatten Sie schon einmal Panikattacken? Möglicherweise steckt ein Ungleichgewicht im Wasser hinter diesen Beschwerden. Mit Hilfe der TCM können wir diesen Beschwerden gemeinsam auf den Grund gehen. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

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