Coronavirus und TCM

Allgemein

In den letzten paar Wochen erreichen mich immer wieder Fragen, wie eigentlich die TCM das neue Virus einordnet und was man aus chinesischer Sicht präventiv tun kann.

Nach meinem Wissensstand ähnelt das Virus SARS-CoV-2 anderen Viren, die Erkältungen und Influenza verursachen. Viren zählen aus chinesischer Sicht zu den äußeren pathogenen Faktoren, die den Patienten attackieren können. Ursache ist dabei in vielen Fällen Wind-Kälte, wobei auch Wind- Hitze eine Erkrankung verursachen kann.

Zwischenzeitlich wurde vermutet, dass der einsetzende Frühling mit wärmeren Temperaturen die Ausbreitung des Virus verhindern wird. Davon ist die Wissenschaft in der vergangenen Woche wieder abgekommen und man rechnet mit einem durchgehenden Verlauf bis in den nächsten Winter. Es bleibt also abzuwarten, ob wärmere Temperaturen die Krankheitswelle abflachen lassen oder ob uns das Virus die nächsten Monate begleiten wird.

Die Jahrtausende alte Erfahrung der TCM zeigt uns jedoch, dass das Eindringen von Kälte grundsätzlich die Konstitution des Menschen und seine Abwehr schwächen kann. Eine fehlende Abwehr öffnet den Viren quasi die Tore. Kommen noch weitere Faktoren wie Stress, Schlafmangel und unzureichende Ernährung hinzu, wird ein Ausbruch einer Erkrankung durch Erkältungs-, Influenza- oder auch COVID-19 Viren erleichtert. Da nicht jeder erkrankt und einige Fälle mildere Verlaufsformen zeigen, interpretiere ich, dass ein gutes Abwehrsystem durchaus schützen kann.

Symptome

Der übliche Verlauf beim Eindringen von Wind-Kälte führt anfangs beim Patienten zu Kälte-Zeichen. Es treten leicht erhöhter Körpertemperatur, Frösteln, Halskratzen und eine laufende Nase mit wässrigem Sekret auf. In der Folge wandelt sich Wind-Kälte häufig in Hitze und es kommt zu Fieber, gelben Sekrete aus Lunge und Nase sowie Husten und Halsschmerzen. Diese Symptome sind unabhängig von der Art des Virus. Bei COVID-19 zeigen sowohl Verlauf und auch die Komplikationen meiner Ansicht nach eindeutig in Richtung einer schweren Wind-Hitze-Erkrankungen.

Prävention

Ich empfehle daher für COVID-19, genauso wie auch für andere Atemwegserkrankungen, die wesentlichen Grundsätze der Chinesischen Medizin einzuhalten, um sich bestmöglich durch ein funktionierendes Immunsystem zu schützen. Dazu gehören

  • Eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben mit einer möglichen Reduzierung von Stress
  • Ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Ernährung nach den Grundsätzen der Chinesischen Medizin um die „Mitte“ gut arbeiten zu lassen. An dieser Stelle verweise ich nochmal auf meinen Artikel zu den Ernährungsempfehlungen (wenig Rohkost und Salate zu dieser Jahreszeit, keine Eiscreme, möglichst warme Ernährung, keine eisgekühlten Getränke etc.).
  • Schutz der Eintrittspforten (Kopf, Nacken, Gesicht) vor Kälte, z.B. durch leichte Schals, Tücher etc.
  • Sanfte Bewegung / Sport im Alltag (kein Marathon-Training!)

Ist ein pathogener Faktor (in Form eines Bakteriums oder Virus) in den Körper eingedrungen, hat man durch eine gezielte und sofortige Behandlung evtl. noch eine kleine Chance, eine Erkrankung zu verhindern. Bei den ersten Anzeichen kann eine lange, wirklich heiße Dusche dazu führen, die Körperoberfläche (Hautporen) zu öffnen und den Erreger hinauszubefördern. Auch ein strenger Ingwerdekokt, Kurkuma- oder Zimttee wirken manchmal noch Wunder, da die Schärfe ebenfalls die Körperoberfläche öffnet.

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